Sorgenkind der 90er: Reift der Fiat Barchetta zum Klassiker?

Zugegebenermaßen: Wer sich in den seinerzeit aufgrund der eleganten Optik und des fairen Preises für einen Fiat Barchetta entschieden hat, dürfte diesen Kauf nicht selten auch wieder bereut haben. Denn der italienische Roadster schien genau jene Vorurteile bekräftigen zu wollen, die den Autobauern aus Turin seit Jahren eine gewisse Nachlässigkeit vorwerfen. Als kommender Klassiker, welcher nicht mehr im Alltag genutzt wird, könnte das „Böotchen“ (italienisch: Barchetta) allerdings durchaus seinen Reiz haben. Die Preise sind auf dem Tiefpunkt; und noch gibt es auf dem Gebrauchtmarkt relativ viele gute Exemplare.

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Typisch italienisch: Zeitloses und stilsicheres Design

Qualitäten hat der offene Fiat durchaus: Obwohl man wohl aus Kostengründen auf einen Heckantrieb verzichtete, zeigt sorgt der Vierzylinder mit einer Leistung von 131 PS für sportlichen Vortrieb. Eine der Ursachen ist dabei die Leistungsentfaltung, die für Motorenentwicklungen aus dem Konzern typisch ist: Weniger ein bulliges Drehmoment ist dem Triebwerk zu eigen, als die Drehfreude des Vierventilers: Bis zu 7.000 Umdrehungen darf das entsprechende Instrument schon einmal anzeigen. Auch das Fahrwerk überzeugt durch eine durchaus komfortable Abstimmung. Besser als bei konkurrierenden Roadstern jener Zeit ist darüber hinaus das Platzangebot des Roadsters.

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Was einer künftigen Stellung als gefragter Klassiker durchaus entgegenkommt, ist zudem das zeitlose Design, welches selbst rund 20 Jahre nach Markteinführung nicht altbacken wirkt. Die Linie das Fahrzeugs wirkt elegant und unaufgeregt; auch bei der Gestaltung des Armaturenbretts verzichtete man auf gestalterische Eskapaden, die nach einigen Jahren optisch reichlich abgegriffen werden. Besonders in dieser Hinsicht stellt die Konstruktion der Türgriffe eine Besonderheit dar: Der eigentliche Griff zum Öffnen tritt erst nach der Betätigung eines Druckknopfes hervor. Dadurch wird die schlichte Linie der Karosserie immerhin nicht gestört. Dass dieses Konzept durchaus auch einige Nachteile hat, zeigt sich im Winter: Leicht kann Feuchtigkeit eindringen; ein Öffnen der Türen wird dann fast unmöglich. Ebenfalls in der kalten Jahreszeit zeigen sich die Schwächen beim Verdeck, denn die Dichtungen neigen schneller als bei anderen Fahrzeugen dazu, spröde und löchrig zu werden.

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Vertragshändler verschrecken mit hohen Ersatzteilpreisen

Auch die Hoffnung, dass ansonsten zuverlässige Großserientechnik verbaut wurde, wird beim Barchetta nicht erfüllt: Der Bremsenverschleiß ist hoch und auch die Auspuffanlage zeigt schon nach wenigen Jahren Rostlöcher. Leider sind die Ersatzteilepreise überraschend hoch, der Hersteller lässt sich die Versorgung für den Exoten gut bezahlen. Wenn Sie einen Barchetta besitzen oder an einem solchen Fahrzeug interessiert sind, sollten Sie die Teile aus anderen Quellen beziehen. Ersatzteile für den Fiat Barchetta haben wir bei Teilestore.at gefunden. Dadurch können die Kosten insbesondere bei den regelmäßig anfallenden Verschleißteilen deutlich reduziert werden. Denn leider ist der Bedarf an Ersatzteilen nicht gering: Egal ob durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen oder defekte Anlasser; gerissene Gaszüge oder streikende Kraftstoffpumpen – viele Bauteile zeigen sich durchaus als defektanfällig. Immerhin gibt es aber auch Lichtblicke; so ist der Benziner mit 1,8 Litern Hubraum, abgesehen von der anfälligen, variablen Ventilsteuerung, grundsolide. Und auch ein typisches Problem, welches die Fahrzeuge aus dem Konzern oft erleiden mussten, betrifft den Barchetta nicht: Rost ist bei sämtlichen Jahrgängen kein Thema.

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Während der zehnjährigen Produktionszeit gab es nur eine Modellpflege, die 2003 erfolgte und optische Änderungen an Front und Heck mit sich brachte. Trotzdem sollten Sie sich für ein späteres Baujahr entscheiden. Denn der Barchetta reifte während seiner Bauzeit noch einmal deutlich nach; viele Mängel wie das Verdeckgestänge und die löchrigen Dichtungen wurden über die Jahre durch konstruktive Änderungen etwas gemindert. Selbiges gilt auch für die Blechqualität. Das Material war anfangs derart dünn und weich, dass Dellen und Verformungen schon beim unsanften Schließen von Kofferraum und Motorhaube entstehen konnten. Dennoch: Für einen kommenden Klassiker bringt der Barchetta alle Anlagen mit. In Anbetracht der geringen Gebrauchtpreise und vieler gepflegter Exemplare auf dem Markt, sollten Sie genau jetzt zugreifen.

Fotos: fiatpress

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