Am Anfang war das Cabrio

Die ersten Automobile vor 128 Jahren waren offen, aber nicht weil das damals schon so schick und trendy war, sondern weil die Entwicklung des Automobils noch in ihren Kinderschuhen steckte. Diese Pioniere der Fahrzeugentwicklung hatten andere Sorgen als formschöne, stylische Lifestyleprodukte auf den Markt zu bringen. Diese Fahrzeuge waren äußerst einfach und auf das Wesentlichste reduziert und boten keinerlei Schutz vor den Unbilden der Witterung.

Benz Patent-Motorwagen Nr.3 / Foto: Wikimedia

Mit der Weiterentwicklung des Kraftfahrzeuges begannen die Hersteller uns immer weiter einzuhüllen, sei es in Blech- oder Kunststoffkarosserien. Mit der Zeit galten offene Fahrzeuge als unpraktisch, unsicher, instabil und auch diebstahlgefährdet, trotzdem geht von offenen Mobilen nach wie vor eine große Faszination aus.

Aber da offen ist nicht gleich offen ist, sollten wir uns ansehen welche Möglichkeiten es gibt den blauen Himmel fahrend zu genießen:

Da wäre zuerst das Cabriolet, kurz Cabrio genannt, die wohl meistverbreiteste Bauform. Ein Stoff- oder Kunststoffverdeck, meist gefüttert, versenkbare Seitenscheiben, mit oder ohne Überrollbügel, zwei bis fünf Sitzplätze und maximal vier Türen kennzeichnen das Cabrio. Bekannte Modelle sind das Golf Cabriolet, Cadillac Eldorado Convertible oder aktuell das Audi A3 Cabriolet.

Audi S3 Cabriolet

Audi S3 Cabriolet / Foto: Audi

Das vermeintlich beste beider Welten, eine Vermengung aus Cabriolet und Limousine stellt die Cabriolimousine dar. Dachränder, Türrahmen und Seitenscheiben bleiben bestehen, ein großes Faltschiebedach, das die Heckscheibe beinhaltet kann zurückgefaltet werden. Klassische Vertreter dieser Gattung sind der Opel Olympia oder der Citroen Visa Plein Air, aktuell angebotene Modelle sind das Citroen DS3 Cabrio und der Fiat 500C.

Citroen Visa Plein Air / Foto: alltagsklassiker.at

Die neueste Gattung ist das Coupé-Cabriolet, ein Cabriolet mit klappbarem Hardtop, die es zwar schon in den 1930er Jahren erstmals gab (Peugeot 401 Coupé Transformable), aber erst in den späten 1990ern mit dem Mercedes SLK und Peugeot 206 CC mehrheitsfähig wurde. Auf Knopfdruck in Sekunden geöffnet, aber doch ein festes Dach über dem Haupthaar wenn gewünscht und somit ganzjahrestauglich und bei geschlossenem Verdeck auch mit akzeptabler Kofferraumgröße ausgestattet, hat sich das Coupé-Cabriolet einem großen Kreis begeisterter Frischluftfanatiker erschlossen. Aktuelle Modelle sind der Renault Megane CC, der Ferrari California, das Mazda MX-5 Roadster Coupé oder der VW Eos.

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Ferrari California / Foto: Ferrari

Der Roadster war und ist die puristischste Möglichkeit offen zu fahren. Ursprünglich mit ungefüttertem Verdeck und Steckscheiben ausgestattet, oft auch nur mit minimaler Frontscheibe. Berühmt wurde die Fahrzeuggattung durch die vielen kleinen Roadster aus englischer (MG, Triumph, Austin Healey) und italienischer Produktion (Fiat 124 Spider, Alfa Spider). Die Renaissance der kleinen, leistbaren Roadster läutete Mazda 1989 mit der Präsentation des MX-5 wieder ein. Weitere Spielarten und Bezeichnungen für den Roadster sind Spider, Spyder oder Speedster (Porsche).

Mazda MX-5 / Foto: Mazda

Mazda MX-5 / Foto: Mazda

Targa ist eine geschützte Bezeichnung des Porsche Konzerns, den ein fixer Überrollbügel und ein herausnehmbares Dachteil über der ersten Sitzreihe kennzeichnet. Teilweise auch als T-Bar bezeichnet, welches zwei herausnehmbare Dachteile hat. Bekanntete Modelle sind der Porsche 911 Targa, der Ferrari 308 GTS, den Magnum in der gleichnamigen Fernsehserie bewegt, Triumph Stag; bei den T-Bars die Chevrolet Corvette oder der Pontiac Firebird.

Porsche 911 Targa / Foto: Porsche

Porsche 911 Targa / Foto: Porsche

Schlussendlich gibt es noch das Landaulet, was meist den Staatsobersten, gekrönten Häuptern und Kirchenführern vorbehalten war. Basis ist eine Stufenhecklimousine der Luxusklasse, gerne mit verlängertem Radstand, deren Dach sich im Bereich der Fondsitze öffnen lässt und zu Repräsentationszwecken eingesetzt wird. Federführend in diesem Segment war lange Zeit der Mercedes 600, wie auch Modelle von Rolls Royce und Daimler.

Mercedes Benz 600 Landaulet / Foto: Ralf Pfeifer Wikipedia

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